Freitag, 16. Oktober 2026

Bari: Von Öhrchen, Säulenheiligen & der Härteprüfung für die Leber

Zwei Stunden Stadtführung mit Eliana Catalano – und Bari war plötzlich verstanden!
Vom mächtigen Castello ging es direkt in die berühmte Orecchiette-Straße, wo die Damen der Stadt im Akkord die Mehl-Öhrchen drehen. Weiter ging’s zu Bona Sforza, der taffen Herzogin von Bari und Königin von Polen (endlich mal eine starke Frau in den Geschichtsbüchern!).
 
 
 
 
 
 
 
  
Gleich um die Ecke gab's Nachhilfe in Kirchenkunde: Die Basilika San Nicola beherbergt Reliquien, die Basilica Cattedrale Metropolitana di San Sabino ist der Bischofssitz. Und dazwischen? Die Verlockung: Tette delle monache – köstliche „Nonnenbrüste“. Leider war die Schlange so lang, dass meine süße Sünde auf das nächste Mal warten muss.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Erleuchtung gab es auch bei den mittelalterlichen Wohntürmen: Erdgeschoss nur Lager, Eingang erst im ersten Stock. Leiter hochziehen – zack, safe vor Feinden! Heute schläft, kocht oder isst man dort. Einmal gesehen, erst gewundert, nach der Geschichte nickend verstanden.
 
 
 
 
 ... gilt auch das alte Rathaus.
 
 
 
Das Wunder von San Nicola:
Beim zweiten Besuch der Basilika wurden wir Zeuge eines mystischen Moments: Ein orthodoxer Priester empfing die heilige Knochenflüssigkeit des Hl. Nikolaus.
Was es damit auf sich hat: Diese Flüssigkeit wird seit Jahrhunderten „Santa Manna“ oder „Myron“ genannt. Es handelt sich um ein klares, heiliges Wasser/Öl, das direkt aus den Gebeinen des Heiligen austritt. Jedes Jahr am 9. Mai wird dieses flüssige Wunder im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in der Krypta abgesaugt und in kleinen Fläschchen als Schutz- und Heilmittel an Pilger und Geistliche verteilt. Wer glaubt erreicht die Seligkeit.
 

 
 
 
 
 
  

Kulinarik: Ein Schwergewicht im Härtefall
Apropos Schutz und Heilung – die braucht meine Leber jetzt auch dringend! Das Essen hier ist nämlich eine charmante Kampfansage aus Fett und Kohlenhydraten:
  • Panzerotti: Frittierte Teigtaschen mit schmelzendem Herz.
  • Sgagliozze: Frittierte Polentawürfel (weil Kohlenhydrate allein noch nicht reichen).
  • Focaccia Barese: Ein klatschnasser Teigtraum in einer ordentlichen Wanne aus Olivenöl.
  • Pizza: Weißmehl pur, zentimeterdick mit geschmolzenem Käse bedeckt.
Spülst du das alles noch mit einem kühlen Glas Weißwein runter, meldet die Leber sanft Insolvenz an.

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