Der Tag begann kulturell im Archäologischen Museum ganz im
Norden von Bari. Untergebracht im ehemaligen Kloster Santa Scolastica, zeigt es
antike Artefakte und moderne Skulpturen – und zwar so unverblümt, dass es mich
gelinde gesagt leicht verwirrt hat. Es sieht etwas unfertig aus. Durch die
Fenster blickt man auf Außenbereiche, die noch gar nicht für die Öffentlichkeit
freigegeben sind. Zum Glück war heute der Eintritt frei, somit sage ich ganz pragmatisch:
Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.

Gleich um die Ecke gab es noch eine steinerne Säule mit
einem Löwen zu bestaunen: Der mittelalterliche Schandpfahl Baris. Wer seine
Schulden nicht zahlte, wurde hier nackt angekettet und der verächtlichen
Lächerlichkeit der Stadt preisgegeben.
Auf dem Kultur-Parcours ging es munter weiter:
- San Marco dei Veneziani: Natürlich eiskalt geschlossen und das am Sonntag
- Chiesa di San Gaetano: Hier weht ein multikultureller Wind! Wir kamen gerade vorbei, als eine orthodoxe Messe der äthiopischen Gemeinde zu Ende ging – die Besucherinnen in ihren langen, weißen Kopftüchern boten ein wunderschönes, faszinierendes Bild.
- Kathedrale San Sabino: Ein echter architektonischer Verwandlungskünstler! Ursprünglich im byzantinischen Stil erbaut, wurde sie im Barock komplett überladen umgestaltet – nur um im 20. Jahrhundert radikal wieder auf ihren schlichten romanischen Ursprung zurückgebaut zu werden. Das wahre Highlight offenbart sich zur Sommersonnenwende am 21. Juni: Dann fallen die Sonnenstrahlen durch die große Fassadenrosette und überlappen exakt mit dem Stein-Mosaik am Boden. Und unten in der prunkvollen Barock-Krypta hütet die Kathedrale (die auch den Titel einer Basilica minor trägt) das berühmte byzantinische Gnadenbild der Madonna Odegitria mit dem Jesuskind.
Ein kühles Gläschen Weißwein direkt neben der Kathedrale
rundete das Tagesprogramm schließlich perfekt ab.
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