Dienstag, 27. Oktober 2026

nachGallipoli: Windstärke Nord, düsterer Barock und Carpaccio-Himmel

Heute haben wir die Seite gewechselt: Von Lecce aus ging es in einer guten halben Stunde an die Westküste des italienischen Stiefelabsatzes – nach Gallipoli.
 
Die historische Altstadt liegt auf einer eigenen Insel und ist nur über eine schmale Brücke mit dem Festland verbunden. Und meine Güte, hat hier der Wind gepfiffen!
In diesem Moment war ich meiner norwegischen Daunenjacke nicht nur dankbar, sondern tief im Herzen verbunden. Während der Küstenwind unbarmherzig blies, schlenderten wir hinüber in die Altstadt.

Das absolute Highlight der Insel ist die Cattedrale diSant’Agata. Und siehe da: Der Eingang war uns nicht verschlossen! Robert und ich steuerten ohne Schlenker auf unser Ziel zu – selbst ich habe mich ausnahmsweise nicht in den verlockenden kleinen Geschäftchen verloren.
 
 
 
Das absolute Highlight der Insel ist die Cattedrale diSant’Agata. Ihr Innenraum empfängt einen mit einer ganz besonderen, fast mystischen Stimmung. Die großflächigen Wandgemälde, die das Leben der heiligen Agatha erzählen, sind faszinierend, aber auch düster und tief bewegend. Agatha ist übrigens nicht nur die Schutzpatronin von Gallipoli, sondern auch die der Feuerwehrleute und der Brustkranken – eine Heilige mit ordentlich Verantwortung auf den Schultern!
 
 
 
 
 

Was hier im Altarraum sofort ins Auge sticht, ist die aufwendige Pietra dura – eine extrem kostspielige Steineinlegearbeit (Commesso fiorentino) aus farbigem Marmor und Halbedelsteinen. Diese edle Kunstform sieht man in dieser Gegend wahrlich nicht oft! Während man sonst überall in Apulien mangels Steinbrüchen den weichen Kalkstein schnitzte, hat hier im 18. Jahrhundert Bischof Oronzo Filomarini tief in die eigene Privatschatulle gegriffen. Der gute Mann stammte aus reichem Adel und ließ den feinsten Luxus importieren – sogar winzige Blumen und Schmetterlinge sind im Stein verewigt. Da hat sich der edle Spender wahrlich nicht lumpen lassen! 

     

Nach so viel bewegender Kunst verlangte das Gemüt nach Sonnenstrahlen. Wir entdeckten ein wunderbar sonniges, extrem windgeschütztes Plätzchen direkt am Wasser.
Und dann wurde aufgetischt: Ein perfekt gekühlter Weißwein, frisches Brot und eine Carpaccio-Platte vom Fisch, die ihresgleichen sucht – hauchfein geschnittener Lachs, Tintenfisch, Schwertfisch und Thunfisch.

 
 
 
 
Mit dem Blick aufs Meer und der Sonne im Gesicht war das schlichtweg herrlich. Ein rundum perfekter Tag an der Westküste!
 
 
 
 

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