Heute haben wir die Seite gewechselt: Von Lecce aus ging es
in einer guten halben Stunde an die Westküste des italienischen Stiefelabsatzes
– nach Gallipoli.
Die historische Altstadt liegt auf einer eigenen Insel und
ist nur über eine schmale Brücke mit dem Festland verbunden. Und meine Güte,
hat hier der Wind gepfiffen!
In diesem Moment war ich meiner norwegischen Daunenjacke
nicht nur dankbar, sondern tief im Herzen verbunden. Während der Küstenwind
unbarmherzig blies, schlenderten wir hinüber in die Altstadt.

Das absolute Highlight der Insel ist die Cattedrale diSant’Agata. Und siehe da: Der Eingang war uns nicht verschlossen! Robert und ich
steuerten ohne Schlenker auf unser Ziel zu – selbst ich habe mich ausnahmsweise
nicht in den verlockenden kleinen Geschäftchen verloren.
Das absolute Highlight der Insel ist die Cattedrale diSant’Agata. Ihr Innenraum empfängt einen mit einer ganz besonderen, fast
mystischen Stimmung. Die großflächigen Wandgemälde, die das Leben der heiligen
Agatha erzählen, sind faszinierend, aber auch düster und tief bewegend. Agatha
ist übrigens nicht nur die Schutzpatronin von Gallipoli, sondern auch die der
Feuerwehrleute und der Brustkranken – eine Heilige mit ordentlich Verantwortung
auf den Schultern!
Was hier im Altarraum sofort ins Auge sticht, ist die
aufwendige Pietra dura – eine extrem kostspielige Steineinlegearbeit (Commesso
fiorentino) aus farbigem Marmor und Halbedelsteinen. Diese edle Kunstform sieht
man in dieser Gegend wahrlich nicht oft! Während man sonst überall in Apulien
mangels Steinbrüchen den weichen Kalkstein schnitzte, hat hier im 18.
Jahrhundert Bischof Oronzo Filomarini tief in die eigene Privatschatulle
gegriffen. Der gute Mann stammte aus reichem Adel und ließ den feinsten Luxus
importieren – sogar winzige Blumen und Schmetterlinge sind im Stein verewigt.
Da hat sich der edle Spender wahrlich nicht lumpen lassen!

Nach so viel bewegender Kunst verlangte das Gemüt nach
Sonnenstrahlen. Wir entdeckten ein wunderbar sonniges, extrem windgeschütztes
Plätzchen direkt am Wasser.
Und dann wurde aufgetischt: Ein perfekt gekühlter Weißwein,
frisches Brot und eine Carpaccio-Platte vom Fisch, die ihresgleichen sucht –
hauchfein geschnittener Lachs, Tintenfisch, Schwertfisch und Thunfisch.
Mit dem Blick aufs Meer und der Sonne im Gesicht war das
schlichtweg herrlich. Ein rundum perfekter Tag an der Westküste!
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