Dienstag, 20. Oktober 2026

nach Locorotondo: vom Steuertricksern und Souvenir-Schwemmen

Die Fahrt von Bari Richtung Süden führt vorbei an einer malerischen Kulisse aus endlosen Olivenhainen, Weinanbau... und, nun ja, dem einen oder anderen italienischen Straßenunrat.
 
 
  
Nächstes Ziel: Alberobello! Ein Ort, der berühmt ist für seine Trulli. Das historische Trulli-Viertel wirkt zwar wie eine liebevolle Freilichtbühne, aber hoffentlich erweist sich der Rest der Stadt als völlig normal und bewohnbar.

 

Aber was genau ist eigentlich ein Trullo?
Die Mütze aus Stein entstand nicht etwa aus romantischer Architektur-Lust, sondern aus astreiner italienischer Steuerhinterziehung!
Im 15. und 16. Jahrhundert verhängte das Königreich Neapel saftige Steuern auf neue, feste Siedlungen. Der schlaue Graf von Conversano befahl seinen Bauern kurzerhand: „Ihr baut eure Häuser gefälligst trocken – Stein auf Stein, ganz ohne Mörtel!“ Rüsteten sich die Steuereintreiber des Königs an, zog man flink an einem zentralen Schlussstein, und das ganze Haus stürzte kontrolliert zu einem Haufen Steine zusammen. „Kein Haus da, keine Steuern, Grazie!“ Nach der Inspektion wurde die Mütze einfach wieder aufgesetzt. Erst 1797, als König Ferdinand IV. Alberobello zur königlichen Stadt erklärte, durfte endlich offiziell und „fest“ gebaut werden.
Heute ist die Trulli-Zone eine gigantische Souvenir-Meile. Gefühlt hunderte Shops verkaufen exakt dieselben Keramiken, Schürzen und Mini-Trulli. Individualität? Fehlanzeige!
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ein Restaurant mitten im Touristentrubel überraschte mich dann aber gewaltig: Mein Teller mit frischem Thunfisch und einem Scampi im Ganzen war schlichtweg hervorragend. Kurz angebraten, innen noch perfekt glänzend roh und vor allem nicht zu Tode frittiert. Selten so gut gegessen! Der kulinarische Frieden war gerettet.
 
 
 
Weiter ging es nach Locorotondo, wo wir unser eigenes Zuhause auf Zeit bezogen: Ein echter Trullo!
Und was für einer: Wunderschön, top gepflegt, das Auto darf direkt vor der Haustür parken und die Bauweise ist ein kleines architektonisches Wunderwerk – außen rund, innen eckig! Dazu gesellt sich, wie schon in Bari, eine riesengroße Terrasse für wunderschöne, sonnige Oktobertage. Schau ma amal!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Abreisetag: Abschied von Matera, Regendrama vor Bari & das süßeste „Home Sweet Home“

Der letzte Morgen bricht an. Noch einmal frühstücken, zum allerletzten Mal Koffer packen und Abschied nehmen von der Felsenstadt.       Be...