Die Fahrt von Bari Richtung Süden führt vorbei an einer
malerischen Kulisse aus endlosen Olivenhainen, Weinanbau... und, nun ja, dem
einen oder anderen italienischen Straßenunrat.
Nächstes Ziel: Alberobello! Ein Ort, der berühmt ist für
seine Trulli. Das historische Trulli-Viertel wirkt zwar wie eine liebevolle
Freilichtbühne, aber hoffentlich erweist sich der Rest der Stadt als völlig
normal und bewohnbar.
Aber was genau ist eigentlich ein Trullo?
Die Mütze aus Stein entstand nicht etwa aus romantischer
Architektur-Lust, sondern aus astreiner italienischer Steuerhinterziehung!
Im 15. und 16. Jahrhundert verhängte das Königreich Neapel
saftige Steuern auf neue, feste Siedlungen. Der schlaue Graf von Conversano
befahl seinen Bauern kurzerhand: „Ihr baut eure Häuser gefälligst trocken –
Stein auf Stein, ganz ohne Mörtel!“ Rüsteten sich die Steuereintreiber des
Königs an, zog man flink an einem zentralen Schlussstein, und das ganze Haus
stürzte kontrolliert zu einem Haufen Steine zusammen. „Kein Haus da, keine
Steuern, Grazie!“ Nach der Inspektion wurde die Mütze einfach wieder
aufgesetzt. Erst 1797, als König Ferdinand IV. Alberobello zur königlichen
Stadt erklärte, durfte endlich offiziell und „fest“ gebaut werden.
Heute ist die Trulli-Zone eine gigantische Souvenir-Meile.
Gefühlt hunderte Shops verkaufen exakt dieselben Keramiken, Schürzen und
Mini-Trulli. Individualität? Fehlanzeige!
Ein Restaurant mitten im Touristentrubel überraschte mich
dann aber gewaltig: Mein Teller mit frischem Thunfisch und einem Scampi im
Ganzen war schlichtweg hervorragend. Kurz angebraten, innen noch perfekt
glänzend roh und vor allem nicht zu Tode frittiert. Selten so gut gegessen! Der
kulinarische Frieden war gerettet.
Weiter ging es nach Locorotondo, wo wir unser eigenes
Zuhause auf Zeit bezogen: Ein echter Trullo!
Und was für einer: Wunderschön, top gepflegt, das Auto darf
direkt vor der Haustür parken und die Bauweise ist ein kleines
architektonisches Wunderwerk – außen rund, innen eckig! Dazu gesellt sich, wie
schon in Bari, eine riesengroße Terrasse für wunderschöne, sonnige Oktobertage.
Schau ma amal!
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